Montag, Juli 16, 2012

Tiere vergessen nichts ...

Sehr oft habe ich gehört, dass Katzen und Hunde sich an einem Tierheimaufenthalt sich nicht mehr erinnern können. Auch von Bekannten habe ich oft so ein Spruch abbekommen, dass Hunde nichts merken können. Keine Ahnung, wo dieser Gedanke herkommt. Aber mittlerweile kann ich so einiges erzählen.

Da fang ich mit meinem Windhund an. Wir haben ihn aus dem Tierheim aus Köln. War eine lange Autofahrt von Bremen und zurück. Der Hund war seelisch einfach kaputt. Viele macken sind mittlerweile raus. Einer diese Macken waren niedrige Äste von Bäumen. Die waren ihn so umheimlich, dass er lieber ein großen Bogen drum machte. Hecktische Bewegung oder laute, plötzliche Geräusche haben ihn am Rand des Wahnsinns gebracht, wo er lieber fliehen wollte ...
Fremde Menschen und Menschenmassen machten ihn einfach Angst. Mittlerweile hat die Neugierde gesagt und will nur noch mit fremden Menschen spielen.
Auch wenn viele sagen, ängstliche Hunde würden beißen. Nein, er war anders. So anders, dass man meinen könnte, dass er auch angst hätte jemand zu beißen, weil ihm sonst was schlimmes drohen könnte.
Kurz gesagt, seine Vorherigen Besitzer in Spanien haben ihr bestes darin getan, den Hund seelisch zu knacken und zu quälen!
Das schlimmste und was bis heute in seinen 12 Jahren geblieben ist, sind Knall- und Donnergeräusche. Für ihn sind sie das schlimmste überhaupt. Zu Silvester mussten wir ihn erstmal ruhig stellen. Das war keine leichte Entscheidung bei seinem Alter. Nur hat er sich das Silvesterereignis letztes Jahr bis zum September hin gemerkt, das Abends diese Geräusche stattfinden. Er weigerte sich rauszugehen, ignorierte uns und wenn er keine Wahl hatte, zitterte er wie am Spieß und erledigte sein Geschäft in Minuten um schnell heim zu kommen.
Mit dem Gewitter ist er mittlerweile schon so weit gekommen, dass er Regen gleich als Gewitter interpretiert. Wenn man bedenkt, dass am Anfang Regen ihm nichts ausmachte ...

Unser kleiner (ein Rehpinscher) ist ziemlich anhänglich gegenüber meiner Mutter. Sie war für ein Monat weg. Der kleine hat still vor sich hingelitten und meine Tante als "Ersatzmama" betrachtet. Das Verhalten was er sonst gegenüber meine Mutter hatte, hat sich im Laufe des einem Monat langsam bei meiner Tante übergetragen.
Als wir meine Mutter am Flughafen abgeholt hatten, schien es so, als könne er es nicht glauben, dass sie wieder da ist. Er hat nur mein Vater herzlichst begrüßt. Meine Mutter hat er ignoriert und später doch noch begrüßt jedoch ohne ihr in die Augen zu schauen. Erst nach einigen Tagen, war er wieder so wie sonst mit ihr. Meine Tante hat dann wieder ihren alten Status bekommen ^^


Katzen sind da auch nicht anders. Unser erster Kater hat schon sein Bruder verloren. Wir hatten uns ein Geschwisterpärchen gekauft. Nur ist sein Bruder überraschend krank geworden und einige Tage später in der Klinik gestorben. Er hat zwei Monate gelitten, miaute mitten in der Nacht kläglich und laut. Schlafen konnte ich kaum in der Zeit -.-
Meine Mutter hat er meisten gern. Als sie dann für ein Monat weg war, wurde ich täglich von ihm geweckt. Ab 3 Uhr morgens wurde ich anmiaut oder mit dem rhythmischen Pfotendrücken auf mir geweckt ... und das fast stündlich -.-
Das ging eine Woche lang so und ich war dermaßen Müde ... Jedoch bin ich beim ihm im Status aufgestiegen. Ich war sein Liebling, durfte ihn auf dem Arm nehmen (üblicher Weise werde ich nach einigen Sekunden übelst zerkratzt oder getretten von ihn) und durfte ihn ausgiebig streicheln und kuscheln.
Als sie wieder da war, war er froh und mittlerweile darf ich ihn nicht mehr in den Arm nehmen. Schlafen tut er auch wieder in meinem Schrank als bei mir auf de Bett ... kurz gesagt, die alte Ordnung ist wieder hergestellt!

Kennt ihr auch solche ähnlichen Geschichten bei euren Tieren?

Kommentare:

  1. Oh ja.. meine Katze ist sehr nachtragend. Normalerweise darf sie immer den Deckel vom Koghurtbecher abschlecken. Mein Freund hat das einmal vergessen und sie hat ihn den ganzen Abend lang böse angezwinkert. Normalerweise darf er sie auch streicheln und kuscheln, das war erstmal für zwei Wochen vorbei. Bis sie ihm verziehen hat.

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    1. Das ist ja schon heftig von der Katze :D
      Zum Glück werde ich nur für einige Minuten böse angeschaut ^^

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  2. Wir haben damals auch einmal einen Hund aus dem Tierheim geholt. Es war ein kleiner Mischling. Die Leute im Tierheim sagten uns, man hätte ihn an der Autobahn angebunden gefunden, vom Kopf bis zum Schwanz rasiert. Er hat also auch einiges durchgemacht. Und seine Macke war, dass er sich einfach nicht anfassen ließ, kein Streicheln, gar nichts. Er war richtig aggressiv. Wir haben echt alles versucht, damit er sich wohl fühlt, aber letzten Endes hat es nicht geklappt. Der Arzt sagte uns, dass er auf jeden Fall ganz viel Auslauf braucht, nicht nur ein bisschen Gassi gehen. Also haben wir ihn traurigen Herzens zu einem Bauernhof in der Nähe gebracht, wo sich die Leute gut um ihn kümmern würden und er den ganzen Tag durch die Gegend laufen kann. Aber da sieht man mal, dass Tiere auch nicht einfach vergessen können.... Echt traurig sowas.
    Liebe Grüße!

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    1. Wenn es dem kleinen dort besser geht, dann ist das ja auch gut. Der muss ja ziemlich viel durch gemacht haben. Bei unserem Großen dürfen wir seine Pfoten nicht anfassen. Die haben auch Narben und da denkt man sich auch so sein Teil dazu :/

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